Walid Regragui: Vom Spieler zum Erfolgscoach der marokkanischen Nationalmannschaft

Walid Regragui wurde am 23. September 1975 in Corbeil-Essonnes, Frankreich, geboren und wuchs mit einer engen Verbindung zu zwei Welten auf – der französischen, in der er spielte und lernte, und der marokkanischen, die seine Nationalmannschaftskarriere prägte. Als rechter Verteidiger begann er seine Profikarriere bei Racing Paris, wechselte später zu Vereinen wie Toulouse, Ajaccio, wo er 2002 die Ligue 2 gewann, sowie Racing Santander in Spanien, bevor er die letzten Jahre seiner Karriere bei kleineren Clubs ausklingen ließ. Zwischen 2001 und 2009 absolvierte er 44 Länderspiele für Marokko, erreichte 2004 das Finale des Afrika-Cups und machte sich einen Namen als disziplinierter, taktisch kluger Spieler, der selten Schlagzeilen schrieb, aber als Teamstütze unverzichtbar war.

Aufstieg zum Trainer

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere schlug Walid Regragui den Weg als Trainer ein, zunächst als Assistenzcoach der marokkanischen Nationalmannschaft, ehe er 2014 beim Klub FUS Rabat seine erste Chefrolle übernahm und dort sofort für Aufsehen sorgte, indem er den Verein zur Meisterschaft führte und sich mehrere Auszeichnungen als bester Trainer Marokkos sicherte. 2020 wechselte er nach Katar zu Al-Duhail, wo er die Qatar Stars League gewann, bevor er 2021 die Leitung bei Wydad Casablanca übernahm und mit dem Klub gleich in seiner ersten Saison sowohl die marokkanische Liga als auch die CAF Champions League gewann, womit er endgültig als einer der erfolgreichsten Trainer Afrikas etabliert war.

Historischer Erfolg mit Marokko bei der Weltmeisterschaft

Im August 2022, nur wenige Monate vor Beginn der WM in Katar, wurde Walid Regragui überraschend als Nationaltrainer Marokkos verpflichtet, eine Entscheidung, die sich als historischer Glücksgriff erwies, denn er führte das Team als erster afrikanischer und arabischer Trainer überhaupt ins Halbfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft, nachdem Marokko unter anderem Portugal und Spanien ausschaltete und erst im Halbfinale an Frankreich scheiterte. Mit diesem unerwarteten Durchbruch schrieb er Fußballgeschichte, gab dem afrikanischen Kontinent neue Hoffnung und wurde in der Heimat zu einem Nationalhelden, der für Disziplin, Zusammenhalt und taktische Raffinesse stand.

Spielstil und Philosophie

Walid Regragui wird oft als „marokkanischer Guardiola“ bezeichnet, weil er trotz defensiver Grundordnung ein modernes Fußballverständnis vertritt, das auf kompakte Abwehr, schnelles Umschalten und die Nutzung der individuellen Stärken seiner Spieler setzt, wobei er großen Wert auf Teamgeist legt und immer wieder betont, dass für ihn „jeder Marokkaner gleich ist, egal ob im Ausland geboren oder in der Heimat aufgewachsen“. Sein Spielstil verbindet taktische Sicherheit mit Mut in den entscheidenden Momenten, und genau diese Mischung machte Marokko bei der Weltmeisterschaft so gefährlich, da sie nicht nur verteidigen, sondern blitzschnell kontern und Spiele gegen große Nationen entscheiden konnten.

Aktuelle Herausforderungen

Trotz des historischen Erfolgs bei der WM 2022 blieb Walid Regragui nicht von Kritik verschont, denn nach einem schwachen Abschneiden beim Afrika-Cup 2024 und einigen durchwachsenen Freundschaftsspielen wurde seine Arbeit von Teilen der Fans und Medien infrage gestellt, vor allem weil sein eher defensiver Ansatz als zu vorsichtig galt. Zudem gab es Spannungen im Umgang mit Journalisten und Diskussionen über die Integration neuer Spieler ins Team, doch trotz dieser Schwierigkeiten behielt er das Vertrauen des Verbandes, da er bereits frühzeitig die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 sicherte und langfristig bis zu diesem Turnier unter Vertrag steht.

Blick in die Zukunft

Der nächste große Prüfstein für Walid Regragui und Marokko ist der Afrika-Cup 2025, der im eigenen Land ausgetragen wird und für den die Erwartungen enorm hoch sind, da ein Titelgewinn vor heimischem Publikum nicht nur sportlich, sondern auch historisch ein Meilenstein wäre. Gleichzeitig hat er den Vorteil, dass sein Team die WM-Qualifikation bereits früh klar machte, sodass er die kommenden Monate nutzen kann, um den Kader breiter aufzustellen, junge Spieler zu integrieren und Stars wie Achraf Hakimi dosiert einzusetzen. Sollte er es schaffen, sowohl bei der Heim-Afrikameisterschaft als auch bei der WM 2026 an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen, könnte er sich als einer der größten Trainer in der Geschichte des afrikanischen Fußballs verewigen Mick Schumacher Gehalt.

Fazit

Walid Regragui ist ein Trainer, der aus einer soliden, aber unscheinbaren Spielerkarriere heraus zu einem der erfolgreichsten und inspirierendsten Coaches Afrikas aufstieg und mit Marokko Fußballgeschichte schrieb, indem er die Mannschaft 2022 ins WM-Halbfinale führte. Sein Weg zeigt, dass Disziplin, Teamgeist und klare Prinzipien oft mehr wert sind als große Namen oder spektakuläre Karrieren, und obwohl er aktuell auch mit Kritik und hohen Erwartungen konfrontiert ist, bleibt er ein Symbol für den Aufstieg des afrikanischen Fußballs auf der Weltbühne.

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